„Complaing is toxic“ - Thesen zum Tradwife Trend
Workshop von Olga

Auf Social Media ist in den letzten Jahren ein Phänomen Trend geworden: „Tradwives“ („Traditional Wives“) spülen ästhetische Bilder selbstgebackener Brote und spielender, rotbackiger Kinder in die Timelines und präsentieren ein harmonisches Familienleben. In der Selbstdarstellung ihrer geerdeten, natürlichen Mutterschaft, voller Hingabe für Heim, Brut und Ehemann, scheinen sie sich pudelwohl zu fühlen. Mit scheinbarer Leichtigkeit wuppen sie den Alltag daheim und finden zusätzlich die Zeit, ihre Social-Media-Kanäle mit Posts voll positiver Energie vollzuladen.
Gut und gern äußert man sich neben Tipps zur vollwertigen (nordischen) Kinderernährung auch zu Themen wie dem „Schützen ungeborenen Lebens“ oder droppt Lebensweisheiten wie "Complaining is Toxic“ – Im Eheleben einfach nicht beschweren, eine unterwürfige Frau bringt schließlich auch einen zufriedenen Mann.
In beklommener Faszination blickt man auf den perfekt inszenierten Gegenentwurf von feministischer Emanzipation und erwischt sich vielleicht selbst dabei, der Welt zwischen frisch geernteten Karotten und heimeliger Inneneinrichtung nicht nur mit Abneigung entgegenzutreten.
Doch was könnte diese Anziehungskraft zum häuslichen Leben, in dem sich die Frau vollkommen in den Bedürfnissen von Kindern und Mann auflöst, verursachen?
Gemeinsam wollen wir anhand verschiedener Texte mehrere Thesen besprechen und anschließend in Diskussion gehen.
Der Workshop findet im Rahmen vom Feministischen Kongress Hamburg statt.