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Autoritäre Rebellion

Wie antimoderne Reflexe breite Schichten der Gesellschaft erfassen und sie immer weiter nach rechts rücken. Buchvorstellung mit Andreas Speit

Kundgebung am 4. Juli 2020 in Ulm, Foto: Bodo Schiffmann

Völkischer Nationalismus und Antimodernismus, diese rechten Denktraditionen gingen schon zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts eine produktive Verbindung ein. Mit den Massenprotesten von Querdenker:innen, Reichsbewegten und Rechtsextremen gewann die Allianz neue Aktualität: so wandten sich viele der Alternativmedizin oder Esoterik zu, verbunden mit der Ablehnung des als übergriffig empfundenen Rechtsstaates und dem Rückzug in eine eigene Realität. Anstelle von wissenschaftlicher Forschung dienten hier verschwörungstheoretische Erzählungen zur Einordnung des Pandemiegeschehens. Nach dem Abflauen der Pandemie sind diese Bewegungen jedoch nicht nur nicht verschwunden, sie haben europaweit eine gesellschaftliche Schicht mit antimodernen Vorstellungen gestärkt, die sich außerdem verjüngt und verweiblicht hat.

Der Rechtsextremismus-Experte Andreas Speit untersucht in seinem neuen Buch "Autoritäre Rebellion" den Einfluss dieser vordergründig nur lose verbundenen »Mischszene« aus Reichsbürger:innen, Free-Birth-Szene, Tradwifes oder rechten Siedlungsprojekten. Unter den Bedingungen anhaltender multipler Krisen, so seine These, dringen diese autoritären Denkgebäude immer weiter in die »Mitte« der Gesellschaft vor und verschieben diese insgesamt nach rechts.

Moderation: Christiane Schneider

In Kooperation mit dem Stadtteilzentrum Kölibri

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