Demo gegen das Abschiebegefängnis in Glückstadt "Bis das Gefängnis wieder schließt"
Demo gegen das Abschiebegefängnis in Glückstadt


Gemeinsame Anreise von Hamburg wird noch bekannt gegeben
13 Uhr Auftakt am Markt,
14 Uhr Kundgebung am Knast,
15:30 Uhr Abschlusskundgebung am Marktplatz
„BIS DAS GEFÄNGNIS WIEDER SCHLIEßT"
Seit knapp vier Jahren ist der Glückstädter Abschiebeknast nun in Betrieb.
Seit der Eröffnung des Knastes wurden knapp 1000 Menschen aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern inhaftiert.
Auf die unmenschliche Haft folgt in den meisten Fällen die Abschiebung - oftmals in Krieg, Armut, Verfolgung und Perspektivlosigkeit.
Jahr für Jahr wird immer deutlicher, dass das von der schleswig-holsteinischen Regierung propagierte
„Wohnen minus Freiheit" an Zynismus nicht zu überbieten ist. Stacheldraht, eine bm hohe Mauer, Schließzeiten, ein vergitterter Innenhof sowie eine Isolationszelle mit Fixieroption sind das absolute Gegenteil von Freiheit.
Die Gefangenen berichten immer wieder über die unhaltbaren Zustände und zeigen Widerstand - sei es durch Hungerstreiks oder Ausbruchsversuche. Die psychischen Belastungen für die Inhaftierten sind durch die Umgebung, ungerechte Behandlung und den Freiheitsentzug enorm.
Die medizinische Versorgung der Gefangenen ist katastrophal. Immer wieder kommt es zu Suizidversuchen und massiven Selbstverletzungen. Mindestens zwei Brände gab es im Knast, u.a. weil ein Inhaftierter aus Verzweiflung seine Matratze entzündete. Die Hungerstreiks, Suizid- und Ausbruchsversuche zeigen wie aussichtslos, zermürbend und perspektivlos die Gefangenschaft ist.
Der Abschiebeknast ist ein weiteres Element der systematischen Verhinderung und Kriminalisierung von Flucht. Neben den europäischen Asylrechtsverschärfungen wie GEAS, immer härteren Abschiebegesetzen und einer seit Jahren ihre Mauern immer höher ziehenden Festung Europa, dient Glückstadt als ein weiteres Symbol des deutschen und europäischen Grenzregimes. Die Behörden und politisch Verantwortlichen agieren erbarmungslos, brutal und menschenverachtend. Wir sagen daher: Stoppt alle Abschiebungen, schließt alle Abschiebeknäste!
Setzen wir unsere Solidarität dieser Abschottungspolitik entgegen:
Freiheit gibt es nur, wenn dies Freiheit für alle Menschen weltweit bedeutet.
Solange der Knast weiter besteht, rufen wir dazu auf für die Freiheit aller Inhaftierten zu kämpfen. Ihr mutiger Widerstand - sei es in Form von Hungerstreiks, Öffentlichkeitsarbeit oder Ausbrüchen - muss gehört und nach draußen getragen werden.
FREIHEIT FÜR ALLE INHAFTIERTEN!
GEGEN JEDE ABSCHIEBUNG UND JEDES ABSCHIEBEGEFÄNGNIS!