Glaubt der Polizei kein Wort!
Zum 30. Jahrestag des Brandanschlags in Lübeck: Wie Polizei und Justiz einen 10-fachen rassistischen Mord vertuschen wollten.

Am 18. Januar 2026 jährt sich zum 30. Mal der rassistische Brandanschlag auf die Hafenstraße 52 in Lübeck – dem bis heute tödlichsten Brandanschlag in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Zehn Menschen wurden ermordet: Monica Maiamba Bunga, Nsuzana Bunga, Christine Makodila, Christelle Makodila Nsimba, Sylvio Bruno Comlan Amoussou, Rabia El Omari, Françoise Makodila Landu, Jean-Daniel Makodila Nkosi, Legrand Makodila Mbongo und Miya Makodila. 38 weitere Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.
Ermittlungsverfahren gegen vier Neonazis aus Grevesmühlen wurden eingestellt, obwohl zahlreiche Hinweise auf ihre Tatbeteiligung vorlagen. Ein weiterer Versuch, im Jahr 2000 eine Anklage zu erheben, blieb ebenfalls erfolglos. Stattdessen geriet ein Überlebender des Brandes ins Visier der Ermittlungen – Resultat von institutionellem Rassismus bei der deutschen Polizei, der vor Gericht in zwei Instanzen zu einem Freispruch führte. Die mutmaßlich Verantwortlichen sind bis heute auf freiem Fuß. Einer von ihnen hat die Brandlegung mehrfach gestanden.
Die Betroffenen des Anschlags, der rechtsterroristische Hintergrund und die Vertuschung und Falschbeschuldigungen durch die Polizei dürfen nicht in Vergessenheit geraten. Wir laden deshalb am 15.01. ab 19 Uhr im Centro Sociale zu einem Vortrag und anschließendem gemeinsamen Gespräch zu dem Thema ein. Dabei wollen wir am Ende auch über die diesjährigen Aktivitäten der Gedenkinitiative "Hafenstraße '96" in Lübeck sprechen, die am 17.01. zu einer Demonstration anlässlich des 30. Jahrestags des Anschlags aufruft.