Abolish Camp Schlachthofstraße Infoabend
Wir laden euch ein, eure Solidarität mit den Bewohner:innen des Camps Schlachthofstraße zu erneuern und zu vertiefen. Wir wollen von den vergangenen Protesten erzählen und gemeinsam diskutieren und Perspektiven entwickeln.
**DEU**
Seit Jahren zwingt die Stadt Hamburg Menschen dazu, in Lagern zu leben. In Containern. In ehemaligen Markthallen. Hinter Zäunen. Unter Kontrolle. Was „Unterbringung“ genannt wird, ist Isolation, Entwürdigung und systematische Gewalt.
Das Camp Schlachthofstraße ist kein Übergang. Keine Notunterkunft. Es ist ein Instrument. Ein Ort, an dem Rechte ausgesetzt, Leben verwaltet und Menschen zermürbt werden.
Und trotzdem – oder gerade deshalb – haben wir, die Bewohner:innen des Camps Schlachthofstraße, uns gewehrt.
Wir haben protestiert, uns organisiert, Forderungen gestellt, Öffentlichkeit geschaffen. Wir haben uns nicht daran gewöhnt, entrechtet zu sein. Das Camp hat eine Geschichte des Widerstands. Wir möchten mit Euch über vergangene Proteste, unsere Hoffnungen, unsere Enttäuschungen und die kollektive Stärke, die trotz allem entstanden ist, sprechen.
Außerdem wollen wir gemeinsam mit Euch Fragen diskutieren, die uns alle betreffen:
Warum existiert das Camp Schlachthofstraße immer noch?
Wer trägt politische Verantwortung dafür, dass Menschen über Jahre in solchen Lagern leben müssen?
Welche Rolle spielen Rassismus, Abschottung und Abschreckung in der aktuellen Asylpolitik?
Was bedeutet Widerstand gegen einen Staat, der Menschen bewusst in menschenunwürdigen Camps leben lässt?
Wie kann solidarischer Widerstand aussehen – gemeinsam, nachhaltig und wirksam?
Wie können wir uns verbinden: Betroffene, Unterstützer:innen, Nachbar:innen, Aktivist:innen?
Für zwei Stunden wollen wir gemeinsam erzählen, diskutieren und Perspektiven entwickeln.
Wir warten auf euch.
Soli Asyl Hamburg & Bewohner:innen des Camps Schlachthofstraße
**ENG**
For years, the city of Hamburg has been forcing people to live in camps. In containers. In former market halls. Behind fences. Under control. What is called “accommodation” is isolation, degradation, and systematic violence.
The Schlachthofstraße camp is not a temporary solution. It is not emergency accommodation. It is an instrument. A place where rights are suspended, lives are managed, and people are worn down.
And yet—or perhaps because of this—we, the residents of the Schlachthofstraße camp, have fought back.
We have protested, organized, made demands, and raised public awareness. We have not become accustomed to being disenfranchised. The camp has a history of resistance. We would like to talk to you about past protests, our hopes, our disappointments, and the collective strength that has emerged despite everything.
We also want to discuss questions that affect us all:
Why does the Schlachthofstraße camp still exist?
Who bears political responsibility for the fact that people have to live in such camps for years?
What role do racism, isolation, and deterrence play in current asylum policy?
What does resistance mean against a state that deliberately allows people to live in inhumane camps?
What can solidarity-based resistance look like—collective, sustainable, and effective?
How can we connect: those affected, supporters, neighbors, activists?
For two hours, we want to share stories, discuss issues, and develop perspectives together.
We look forward to seeing you there.
Soli Asyl Hamburg & residents of the Schlachthofstraße camp